3: Rest Bali

19 12 2010

Zurück in Kuta war ich noch nicht ganz fit, habe mein Auto zurückgegeben und mich auf große Zimmersuche begeben. Es gibt echt schreckliche Unterkünfte hier und dafür muss man auch noch Geld bezahlen 😉 Meine ist auch spezial, aber ich habe nichts besseres gefunden und es ist in Strandnähe.

Am nächsten Tag wars richtig bewölkt, aber es hat nicht geregnet – perfektes shopping-Wetter also, nicht für mich – ich habe mich mit meiner nicht funktionierenden Technik beschäftigt und es hat sogar was gebracht! Daraufhin habe ich mir dann eine Massage gegönnt – € 5 für eine Stunde, fein wars, und die hat auch mein „Bett“ wieder ein wenig ausgeglichen!

Ich weiß ja nicht wie heiß es hier ist – einmal habe ich eine Klimaanlage auf 24 Grad eingestellt und als ich am Abend in diesen Raum kam, dachte ich in den ersten Minuten ich bin in einem Kühlschrank! Man gewöhnt sich schon ein bisschen an die Hitze.

Übrigens: Dadurch dass die Luftfeuchtigkeit so hoch ist, braucht man sich nicht eincremen nach dem Duschen und man bekommt eine Haut wie ein Baby (fast ;-)) Für alle, die mich gut kennen: Ich habe höchstens einmal am Tag mein Labello gebraucht!!

Am nächsten Tag wars schön – juhuu – und ich bin endlich mal zum Strand damit ich etwas Farbe bekomme und das Wasser ist ja echt ein Hit! Das ist so warm, man kann 3 Stunden durchgehend drin bleiben. Die Wellen sind erst recht ein Hit, ist ja ein Surferstrand; zuerst sind die Wadl im Wasser und gleich darauf der Kopf und nach der ersten Welle ist der Sand überall! (den letzten Sand hab ich eine Woche später in Sydney aus meinen Ohren geholt – ich glaube jetzt ist kein Sand mehr im Getriebe ;-)) Viele Wellen und viele Surfer! Es gibt ganz schmale Strandabschnitte für Schwimmer – bei den Surfern sollte man nämlich nicht unbedingt ins Wasser gehen. Der Strand ist hier gelb – und ein bisschen schwarz ist auch manchmal darunter – da kann man nur mehr lauf, so heiß ist der (aah, deshalb laufen die Surfer immer ins Wasser ;-))

mein Mittagessen :-)

mein Mittagessen 🙂

Ich habe am Strand keine Minute gelesen oder geschlafen … aber das witzigste ist mitten am Nachmittag passiert: der Strand wurde überflutet von Hauptschülern aus Java (die gehen mit Gewand ins Wasser) und die haben dann mich entdeckt – sie kommen ganz schüchtern und fragen ganz freundlich ob sie ein Foto mit mir gemeinsam machen dürfen und freuen sich dann wie kleine Kinder – zuerst Gruppenfoto, dann alle einzeln, dann das ganze von vorne, Mädels, Jungs, alte Frauen, Lehrer, Familien – ein Wahnsinn, ich hab sicher 100 verschiedene Fotos gemacht, dann fragen sie woher man ist (reden auch gut englisch) und bedanken sich ganz nett! Sie haben vorher noch nie eine weiße Frau „in echt“ gesehen! Sie haben sich auf alle Fälle gefreut – facebook lässt grüßen! Einer der liveguards hat mich dann irgendwann „gerettet“, die haben das nämlich schon lachend beobachtet.

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Am nächsten Morgen hab ich dann doch mein Zimmer gewechselt, 3 Nächte sind genug – diesen Gestank nach vermoderter Erde, Schimmel, Kakerlaken, einen Ventilator der nur auf höchster Stufe funktioniert, eine unmögliche Matratze und eine offene! Wasserleitung durch mein „Bad“ waren mir dann doch zu viel – des is jo net gsund 😉

Wenn man abends in Bali unterwegs ist, passiert es immer wieder das man auf einmal durch eine einsame dunkle Gasse marschiert, aber ich hatte nie ein ungutes Gefühl.

Wenn man allerdings abends durch die Hauptstraße von Kuta spaziert gibts magic mushrooms und Haschisch – zum Spezialpreis, wenn man einen männlichen Begleiter hat, gibts auch noch Viagra und ladyboys ;-), übrigens zum besseren Verständnis: bei einem Abendspaziergang (und der war nicht so lange) durch Kuta habe ich mitgezählt: ich bin 83mal gefragt worden ob ich einen transport brauche und da sind die restlichen Fragen noch nicht dabei … also schon etwas gewöhnungsbedürftig!

Am Abend hats leider mal wieder geschüttet und ich habe beschlossen ich gehe shoppen – oder viel mehr schauen … ich bin definitiv noch nie so freundlich bedient worden!

Am nächsten Tag wollte ich gleich wieder zum Strand, leider war das Wetter gar nicht schön.

Die Balinesen: Sie sind immer freundlich, auch wenn die sie dir gerade mal wieder versehentlich falsch herausgegeben haben.

„I believe in good karma – when you are happy, I am happy too!“ – das gefällt mir ja prinzipiell ganz gut, sie werden dich auch immer fragen obs dir gut geht und ob alles ok ist, aber es hat sich auch der erste Tip von einem Reisenden bewahrheitet „Don’t trust anybody in Indonesia!“ – ich weiß zwar nicht wie sich das mit dem Karma vereinbaren lässt, aber da sie ja glauben alle „western people“ haben richtig viel Geld, fallen ihre Versuche vielleicht unter ausgleichende Gerechtigkeit.

Sie freuen sich dass man Bali – ihr Land – besucht, denn die meisten von ihnen werden nirgendwo hinkommen und so sehen sie doch etwas von der Welt (das ist nicht meine Definition ;-)) und sie heißen einen willkommen. Sie sind fasziniert von weißer Haut – es sind aber viele Touristen hier und so ist es auch nichts außergewöhnliches mehr. Sie essen Reis – zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen – und sie lieben ihn noch immer. Sie wollen bis 30 vereiratet sein und können gar nicht verstehen wie wir das oft machen, mit zusammenleben und nicht heiraten oder keine Kinder wollen. Und das, obwohl ein Sohn, wenn er verheiratet ist – die Aufgaben seines Vaters in der Familie übernehmen muss und die sind ganz schön umfangreich hier. Sie lieben Bali, würden zwar woanders hingehen um zu arbeiten – aber niemals ganz wegziehen. Sie sind sehr gläubig (glauben an die Wiedergeburt), sie sind zufrieden. Viele können nur genau soviel englisch wie sie brauchen (ca. 4 Sätze), aber alle anderen werden sich sehr freundlich darum bemühen, dass man genau das erfährt was man wissen will, obwohl man gerade nichts von ihnen kauft.

Und: Balinesen sind klein und sie haben kein Klopapier am WC sondern einen Wasserschlauch 🙂

Schwenk zurück

Nächster Tag – neuer Versuch, leider war das Wetter noch immer nicht so toll (vielleicht liegt’s an der Regenzeit), aber es hat nicht geregnet und das Wasser ist ja genauso warm – die Luft natürlich auch. Allerdings ist auch anständig der Wind gegangen. Leider waren deshalb keine anständigen Wellen und damit auch keine Surfer. Am Nachmittag wurde der Strand dann wieder von Schülern aus Java überflutet und ich habe mir schon Gedanken gemacht, ob das ganze jetzt von vorne anfängt, aber nein, nur ganz vereinzelt Fotowünsche … ich war schon zu braun, hihi! Und ich war wirklich schööön braun, nur damit ich das erwähnt habe 🙂

Am letzten Abend habe ich mir fest genommen, dass ich endlich einen Fisch als Abendessen bekomme und wollte deshalb ins nahe Jimbaran fahren – dort gibt es ganz viele Lokale direkt beim Meer, die ganz gute Fisch- und Meeresfrüchtegerichte haben, die Tische im Sand mit Kerzenlich – klingt ja nahezu perfekt, oder? Wie’s wirklich ist, weiß ich leider auch nicht, denn pünktlich um 19 Uhr hat es angefangen zum Schütten und zwar anständig – da war ich gerade gewaschen und umgezogen beim Strand – und habe dort im Unterstand das Gewitter abgewartet. WOW – es hat gedonnert und geblitzt zugleich und man hat zuschauen können wie die Blitze im Meer einschlagen und alles ganz hell wird – ich war so fasziniert, dass ich an Fotos machen gar nicht mehr gedacht habe. Nach einer halben Stunde war aber auch klar, dass die Lokale am Strand in Jimbaran nicht mehr offen sein werden. Einer von den wartenden hat dann ein bisschen Gitarre gespielt – die stehen hier überall herum, war auch ganz gemütlich. Ich habe mir dann in Kuta ein „Restaurant“ gesucht, wo die Einheimischen auch hingehen – und habe endlich meinen Fisch bekommen … mmmmmhh war das gut!!

Dann hat es schon wieder geregnet, da es aber mein letzter Abend in Bali war und erst 10 am Abend, hab ich den Regen wiedereinmal abgewartet und bin dann zur Partystraße spaziert. Auf einmal war auf den Straßen knöchelhoch Wasser – flipflops sind ja soo praktisch! In der Partystraße gehts ja echt ab – eine Disco neben der anderen, Party auf der Straße und live-musik (eine richtig gute Band), das gefällt mir :-)! Während meiner Reise bin ich immer gefragt worden, ob ich Arack (lokales Getränk, Reisbrandwein – kann ja gar nicht anders sein) schon getrunken habe. Den habe ich dann auch noch gleich probiert, mmmh!

Da mein Weiterflug erst am nächsten Tag am Abend war, hatte ich noch ein bisschen Zeit für Strand und Früchte essen – die sind nämlich richtig lecker hier, und billig.

Hier noch ein kleiner Auszug von Baywatch in Schokolade 🙂 … Eka (rechts) kann surfen und zwar mit einen Kopfstand auf dem board – WOW, wie cool ist das denn!?!

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Eka und Eka - LEIDER an diesem Tag nicht oben ohne, da zu viel Wind

In den letzten Tage habe ich mich auch mit Kuta angefreundet, wenn man sich dann noch die richtige Jahreszeit aussuchen würde – kann ich Bali nur empfehlen!

Zum Abschied „thank you for give me your time“ – nicht schlecht; ich sage auch „karima kasi“ (Danke)!

Für wen das noch nicht genug Fotos waren – Fotos Bali:



2: 8 Tage Auto in Bali

13 12 2010

Und das ist er …

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Ja, es ist ein Wahnsinn – Linksverkehr (oder so ähnlich), links zum Schalten und ein Suzuki Jimny!

Der Verkehr war schon spannend, aber die Straßen auch – die haben ganz schön tiefe Schlaglöcher, aber ich hab ja einen Jeep! Mit Straßenbezeichnungen schauts gar nicht gut aus und Kreuzungen erkennt man manchmal gar nicht …

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Eigentlich braucht man gar kein Auto …

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Meine erste Station war Sanur – dort war dann auch schon die Klimaanlage kaputt und nachdem ich ein Zimmer gefunden hatte, musste ich erstmal meinen Autovermieter anrufen – der ist dann auch gekommen um das Auto gegen einen grünen auszutauschen – leider war mein Auto inzwischen vollgetankt und der andere wieder leer bis auf den letzten Tropfen – haha! Nochmal dikutieren – am nächsten Tag in der Früh hatte ich dann wieder ein Auto mit Klimaanlage und halbwegs vollem Tank! In Sanur bin ich dann gegen Abend endlich baden gegangen – und das Meer ist warm …. total fein! Und ein schönes Zimmer hatte ich auch!

Auch sehr angenehm: Endlich sind da nicht mehr so viele Menschen, die einem was verkaufen wollen. Man sitzt zwar auch keine 2 Minuten alleine am Strand, aber das ist ganz anders und sie wollen trotzdem meistens eine Tour verkaufen oder sich als Fahrer, aber sie sind echt nie ungut.

Am nächsten weiter Richtung Candi Dasa. Auf dem Weg dorthin Reisfelder und ein schwarzer Sandstrand! Mein erster Tempel Goa Lawah -in Bali gibt es ca. 20.000 Tempel und so groß ist Bali gar nicht; jedes Haus hat einen kleinen Haustempel und jede Ortschaft einen Ortstempel und dann gibt es noch die großen Tempel, die gewissen Göttern gewidmet sind. Als Zeichen des Respektes muss man einen Sarong tragen – das ist das schöne blaue Tuch.

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In Candi Dasa hatte ich ein Zimmer, das war so offen, dass man in der Nacht das Meeresrauschen gehört hat – echt super. Eigentlich gibt es dort auch total gutes Essen zu guten Preisen, leider hat es angefangen zu schütten (und es schüttet von einer Sekunde auf die andere wirklich so, als ob der Himmel offen wäre) und geblitzt und gedonnert zugleich (die paar Fensterscheiben, die da waren, haben nur so geschepert) – dann wars vorbei mit meinem Essen. Dafür hats dann am nächsten Morgen das einzig anständige Frühstück auf Bali gegeben – und das hat sich echt ausgezahlt!

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Vom Frühstück aus hat man genau auf die Straße gesehen und während ich versuche mein ganzes Omlett aufzuessen, sind aufeinmal Polizeiautos und Maschinen mit Sirenen mitten auf der Straße durchgerauscht – und das ist wirklich waghalsig … Dann eine richtig schöne Autoparade, mit ca. 25 schönen, schwarzen, großen Autos – von Hondas über Hyundais, Ford Rangers, Mercedes, Jeeps, sogar ein Mazda 6 war dabei – keine Audis hier, oooh! Dann noch Rettungsautos,  die Garde und was man sonst noch so braucht – der Präsident von Indonesien ist durchgefahren!

Nachdem meine Wäsche trocken war, konnte ich auch starten und gleich hinter Candi Dasa fangen die Berge an. Die Straßen sind teilweise so eng und steil, dass die Großglockner-Hochalpenstraße ziemlich harmlos dazu ist. Jetzt weiß ich endlich, warum hier alle kleine Maschinen haben und keine Mopeds: damit sie in den Bergen genauso fahren können wie sonst!! Neben der Straße war dann mit der Zeit immer mehr Millitär und Polizei und irgendwann habe ich dann einen gefragt was los ist, weil das war mir nicht mehr ganz geheuer. Ich habe erfahren, dass der Präsident von Indonesien (er heisst übrigens presidente Susilo Bambang Yudhoyono) gerade hier auf einem wunderschönem Strand eine Zeremonie hat – das klingt gut und ich hab mir gedacht, da schau ich auch mal hin – zuerst haben die Soldaten und Polizisten noch gewunken, aber irgendwann haben sie mich doch aufgehalten und mir gesagt, dass ich da leider nicht mehr weiter darf.

Ich hatte sowieso noch eine ganz schöne Strecke vor mir – ich wollte um den Vulkan herum auf die andere Seite der Insel fahren – nach Lovina bei Singaraja. Und da hier nicht alle das Licht einschalten beim Fahren in der Nacht – sie kennen die Straße ja – und die indonesischen Fußgänger fast nicht zu sehen sind, wollte ich Fahrten in der Dunkelheit doch eher vermeiden.

Auf dem Weg dorthin war der höchste Wasserfall von Bali angeschrieben, den wollte ich mir natürlich anschauen. Das letzte der Stück der Straße war echt sensationell – einspurig und so steil dass die Reifen bei meinem Jimny (hat keinen Allrad) durchgedreht haben! Ich habe definitiv noch nie so eine steile Straße gesehen, aber ich bin hinaufgekommen – der kleine Parkplatz oben war ganz leer – komisch ;-)! Leider hat es so zu regnen angefangen, dass ich dachte der Wasserfall ist über mir und ich bin wieder weitergefahren, vorbei an kleinen Orten, Reisfeldern, Bananen, Mangos – nur der Vulkan hat sich in den Wolken versteckt.

Der Regen hier ist einfach sensationell – man kann im Regen herumlaufen und es ist soo warm!

Während der Fahrt im Regen ist es natürlich so, dass man die Schlaglöcher nicht mehr sieht und nicht ausweichen kann – machmal haben mir die Mopedfahrer neben und hinter mir schon leid getan …

Irgendwann bin ich dann in Singaraja angekommen – eine fürchterliche Stadt – und es war schon ziemlich spät. Dass man auch während einem Stop bei der Ampel mit offenem Fenster andauernd angequatscht wird, kam mir in diesem Moment ausnahmsweise gelegen und ich bin einem Mopedfahrer nachgefahren, der mir gesagt hat er fährt gerade nach Lovina in eine Unterkunft arbeiten und es gibt noch freie Zimmer. Es hätte sicher ewig gedauert, wenn ich selber nach Lovina finden hätte müssen – mit Beschriftungen schaut’s einfach nicht soo gut aus. Auf alle Fälle hatte ich dann doch noch rechtzeitig ein Zimmer.

Ich habe mich dann schon wieder auf die Suche nach einem Bankomat begeben müssen – gibts hier nicht, ok, 50 € hatte ich auch noch, die wollte ich gerne wechseln, im ersten Geschäft hatten sie keine Indonesischen Rupiah mehr !? und im zweiten war der Wechselkurs total schlecht, sie haben mir erklärt der Euro ist gestern gefallen – hahaha! Dann haben sie mir noch erklärt, dass es bis zur nächsten Wechselstunde mindestens eine 1/4 Stunde mit dem Motorrad ist, da ich mich aber nicht so gerne ärgern lasse, habe ich mich mal auf den Weg gemacht und nach 10 Minuten ist mir mein Vermieter Agung entgegengekommen und hat mich zur nächsten Wechselstube gebracht – mit nassen Haaren am Moped um 9 am Abend und nicht kalt, das gefällt mir! Der Euro ist doch nicht gefallen, da war ich aber beruhigt, und er hat mich auch wieder zurückgebracht, sehr nett! Und da er wahrscheinlich meine Mosqitosstiche gesehen hat, hat er mir auch ein Mosquitolight gegeben.

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Mein Zimmer war geräuchert, ich auch – aber ich glaube in dieser Nacht hat mich wenigstens im Zimmer nichts gestochen – die hab ich mir natürlich am nächsten Tag gleich gekauft!

Nur mal so zwischendurch: Die Mosquitos haben mich nicht aufgefressen, aber sie haben mich geliebt. Ich sie nicht, denn einige Stiche werden bei mir ja richtig groß, aber egal was ich draufsprühe oder schmiere, sie stechen mich immer … mein Blut ist wohl einfach zu süß 😉

Für den nächsten Morgen habe ich einen Ausflug gebucht und wir sind so um 6 (ja, nicht verschrieben ;-)) vor Sonnenausfgang mit einem Boot hinausgefahren um Delphine zu suchen, leider haben wir keine gesehen und dann ist es mit schnorcheln weitergegangen – die 2 Mädls, die noch mit waren wollten nur Delphine sehen und wir waren auch vor allen anderen da – deshalb konnte ich ganz alleine schnorcheln. Ganz viele blaue Seesterne waren da und natürlich Nemo und viele seiner Freunde, aber das Riff und das Wasser haben halt auch nicht so schöne Farben, wenn die Grundfarbe schwarz ist – und das Licht nicht reflektiert wird.

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Der Strand ist hier auch schwarz, aber nicht wirklich sauber und ich kann euch sagen: schwarzer Sand wird relativ warm …

Beim anschließenden Frühstück hat sich dann ein balinesischer Rastamann einfach zu mir gesetzt (das ist ganz normal) und ich habe erfahren, dass am nächsten Tag ganz ein hoher Feiertag im Hinduismus ist, alle haben frei, in allen Tempeln sind Zeremonien. Im Hinduismus gibt es ja 4 Kasten – er ist in der untersten und Agung heisst König – und das ist die erste Kaste. Es war dann ganz interessant zu sehen, wie das abläuft, wenn die 2 sich treffen – Rastamann muss ganz ruhig und zurückhaltend mit ihm sprechen. Die Menschen von den verschiedenen Kasten dürfen auch nicht untereinander heiraten, einer von der ersten Kaste kann es sich leisten verbrannt zu werden, wenn er gestorben ist, einer von der 4. Kaste wird „nur“ eingegraben. Die Pflichtschule ist bis 12, dannach muss für die Schule zahlen – und sie lernen kein englisch. Alles was die meisten können ist das was sie von den Touristen lernen.

Hier sind auch ein paar Moslems (in Indonesien sind ja hauptsächlich Moslems, nur in Bali sind fast nur Hinduisten), aber die indonesischen Moslems sind etwas freier haben sie mir erklärt und in Bali werden auch die Zeremonien zusammen gefeiert – die Hinduisten sind ja ganz offen. Auf der kleinen Nachbarinsel Lombok schaut das ganze dann aber schon ganz anders aus …

Außerdem hat er mir noch erzählt dass der Nationalpark auf der anderen Seite der Insel nicht mehr sehr sehenswert ist, da irgendjemand alle großen Bäume herausgeschlägert hat. Man munkelt zwar wer es war, aber es wurde nichts unternommen – ist doch überall das gleiche … :-). Er hat mich dann eingeladen zur Zeremonie am nächsten Tag in seinem Dorf – mit Sarong natürlich (jetzt kann ich ihn auch schon binden) – man braucht da nämlich eine Einladung.

Am nächsten Morgen um halb 6 hat er mich abgeholt und wir sind zum Tempel gefahren. Alles ist (eigentlich immer) ganz schön dekoriert, die Menschen sind ganz festlich angezogen, ganze Familien sind wieder auf den Mopeds unterwegs und überall sind kleine Kinder – die mich alle begutachten, denn ich habe es doch tatsächlich geschafft die einzige Touristin bei dieser Zeremonie zu sein. Die Balinesen lieben ihre Kinder wirklich – jeder 2. Mann egal wie alt hat ein kleines Kind am Arm. Alle sitzen am Boden, es wird sogar im Tempel während der Zeremonie geraucht und im Zuge der Zeremonie kommt der „Zeremonienmeister“ zu jedem hin, man trinkt das heilige Wasser, drückt sich Reis auf die Stirn und ein paar Blumen kommen hinter die Ohren – so sind dann alle den ganzen Tag unterwegs.

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Nach der Zeremonie im Tempel steht dann „chicken fight“ auf dem Programm – eigentlich verboten, aber bei diesen hohen Feiertagen erlaubt. Da sind wir natürlich auch hingefahren – die Spannung und den Lärmpegel beim Handeln und dann während dem Kampf kann man leider nicht in Bildern festhalten. Der „chicken fight“ selber ist natürlich Geschmackssache, nicht unbedingt nach meinem – sie binden jedem Hahn auch noch ein Messer auf den Fuß, damit sich das auszahlt – aber es gehört eben dazu. Hier gehts auch um richtig viel Geld, der beste Hahn war im Endeffekt 800 € wert und wenn man weiß, dass ein z.B. ein Lehrer in Bali € 100 verdient, ist das schon richtig viel.

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Nach dem „chicken-fight“ wollten wir zu meiner Kaffeeplantage fahren, sind dann aber so im Stau gestanden, dass wir umdrehen mussten und zu den hot-springs gefahren sind – allgemeiner Badetag würde ich mal sagen.

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Dannach habe ich in einer ganz gemütlichen Bar direkt beim Meer ein paar Balinesen und Schwedinnen wiedergetroffen, da sitzt man am Boden, alles ist am Tisch und es ist ganz entspannt – und wenn dann noch ein Gewitter übers Meer hereinzieht ist das schon faszinierend. Ist echt ganz gemütlich in Lovina und ganz nette Leute, aber leider viel zu viele Mosquitos (wenn man während einem Essen ein Mosquito-light unter seinen Sesssel stellen muss, ist das zuviel).

Am nächsten Tag bin ich weitergereist – hatte ja eh schon einen Tag verlängert wegen der Zeremonie und habe wieder probiert zu einer Kaffeefarm zu kommen, leider war da noch immer Feiertag und ich glaube alle auf den Straßen unterwegs – der Wahnsinn pur! Ich bin bis auf 1.400 Meter gekommen – sogar hier ist es dann nicht mehr so heiß und es gibt keine Mosquitos, da hab ich mich gleich ein bisschen zu Hause gefühlt. Zusätzlich bin ich aber auch ganz viel im Stau gestanden und um halb 9 war ich noch immer nicht in Ubud, wo ich eigentlich hin wollte und natürlich war es stockdunkel – nicht so toll. Irgendwonn bin ich dann doch noch angekommen, schaut echt cool aus die Stadt, nur Einbahnen haben sie, das war nicht so toll, denn ich bin gleich in eine hineingefahren, Mopeds dürfen nämlich, nur Autofahrer nicht … Ich habe dann auch ein schreckliches Zimmer gefunden und bin draufgekommen ich kann nicht kalt duschen, es geht einfach nicht, ich weiß, Memme, aber ich hasse kaltes Wasser!

Am nächsten Tag habe ich mir ein anderes Zimmer gesucht, der Ort hat nämlich ganz sympatisch ausgeschaut.Ich habe dann auch eines gefunden, kein Fenster zwar, aber dafür diese Türe 😉 und es war echt schön und billig.

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Ubud ist glaube ich der einzige Touristenort in Bali, der nicht am Meer liegt, aber er hat Flair! Überall ganz schöne Cafés  – mit Wasserfällen, wunderschöne Spas, Künstler, Bilder, Holzkunstwerk, Töpfersachen … Das ist übrigens der Ort von dem Film/Buch eat – pray – love mit Julia Roberts und ein paar sind auch hier, die das suchen was sie gefunden hat … es gibt eine Fülle an Yogakursen, usw.

a Kika

a Kika

Am nächsten Tag musste ich leider eine kleine Inselrundfahrt machen, da ich eine kurze super-Hightech-Hose in Lovina „vergessen“ hatte (rausgehängt zum Trocknen). Dazu habe ich mir aber einen Mopedfahrer organisiert (hab sogar einen Helm bekommen, ohne Visier), denn von Ubud nach Lovina und zurück muss man ersteinmal finden. Außerdem hat er mir gesagt, wir können auf dem Weg eine Kaffeplantage und den Vulkan anschauen, das hat mit natürlich ganz gut ins Konzept gepasst. Die Kaffeeplantage hätte ich ja im Leben nie gefunden, dort hats auch noch Schokolade, Vanille, Ginseng  .. und eine Verkostung von all dem geben. Da kommt man hin und schon stehen 6 Tassen vor einem … wäre ich nach Bali nach Hause geflogen, hätte ich anständig eingekauft. Hier gibts auch den Kaffee, der zuerst den Verdauungsvorgang dieser Tiere durchläuft (teurer Kacke-Kaffee hat mir der freundliche Führer auf deutsch erklärt :-))

mein geliebter Kakao

mein geliebter Kakao

Kaffee

Kaffee

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Verkostung

Verkostung

Bei der Kaffeeplantage hat es dann das erste Mal geregnet, wir haben einen Regenschrim mitbekommen, sehr sinnvoll beim Mopedfahren, aber ich hatte ja eine Regenjacke. Da habe ich mir ja noch gedacht, der wird wohl wissen was er macht – er ist ja ein Einheimischer. Dann sind wir zum Vulkan gefahren, schaut echt faszinierend aus dort – und von dort weiter nach Lovina – und zwar nach Gefühl und ich glaube ja nicht, dass die „Abkürzungen“ das ganz kürzer gemacht haben. Endlich waren wir in Lovina – nur meine Hose nicht, die ist wohl schon in der Nacht verschwunden in der ich abgereist bin. Das hat mich echt geägert – mein Gewand ist gezählt!

Kaum sind wir in Lovina weggefahren hat es richtig angefangen zu regnen, der gute Fahrer ist im ca. 200 Metertakt stehengeblieben und hat sein T-shirt ausgedreht – ich hab mir schon gedacht wir kommen gar nicht mehr nach Ubud. Irgendwann hat er dann doch durchgebissen. Natürlich waren wir beide triefend nass, bis hierher kein Problem, doch dann sind wir wieder über die Berge gefahren und das hat lange gedauert (diesmal ohne Abkürzung) und es war so richtig eiskalt!! Irendwann sind wir dann gut in Ubud angekommen – ich hab schon gedacht ich werde erfrieren (und das in Bali), wie kalt dem armen Balinesen war, kann man sich dann ja vorstellen. Hab gedacht ich werde mich halt verkühlen so ohne Visier, aber ich habe stattdessen eine etwas schmerzhafte Blasenentzündung inklusive Fieber und Schüttelfrost in der Nacht ausgefasst – daraufhin war das erste Antibiotikum dran und der Spuk war so schnell wieder vorbei wie er gekommen ist.

Am nächsten Tag musste ich zurück nach Kuta und mein Auto zurückgeben. Wir 2 (der Jimny und ich) sind sehr geduldig miteinander gewesen … Inzwischen wusste ich auch wann gehupt wird: Immer wenn man jemanden überholt als Warnung (nicht nur bei mir ;-),die wissen nicht dass Autos und Mopeds Außenspiegel haben), vor einer Kuve, damit der andere weiß dass man kommt und immer wenn wir uns denken würden „ohoh, Achtung“ – also ziemlich oft. Das ist aber ganz normal, die ärgern sich auch nicht und geflucht wird schon gar nicht! – Hindus halt! Bei meinem Auto hat die Hupe nicht richtig funktioniert, da bin ich aber erst nach 5 Tagen draufgekommen – das hab ich einem erzählt, der war fast so schockiert als ob ich ihm erzählt hätte, dass die Bremse nicht funktioniert – aber ich brauch sie ja nicht soo oft, die Hupe meine ich!

Ja, der Jimny war noch ganz, ich auch und sonst auch jeder – glaube ich, Gott sei Dank!!



1: Start

4 12 2010

Mein Reiseblog ist hiermit online – und wer will kann ein wenig mit mir mitreisen 🙂

Über Rückmeldungen, Nachrichten und Neuigkeiten von zu Hause freue ich mich natürlich!

Am 30. November 2010 am Vormittag war’s so weit – mit zusammenpacken war ich auch fertig – und Mama und Papa haben mich zum Flughafen gebracht.

Flug München – Doha, Doha – Zwischenlandung in Singapur – Bali/Indonesien

Im Flugzeug von München nach Doiha sind ein paar Männer gewesen, die waren mir wirklich nicht ganz geheuer, Araber halt mit dunklem Bart, aber eigentlich eh logisch, wenn man so fliegt, die fliegen ja nach Hause – und über welche Länder man hier fliegt ist auch … interessant! Außerdem geben sich einige von ihnen dann im Flugzeug noch so richtig die Ölung, denn in Doha gibt’s keinen Alkohol mehr für sie.

Dann ein super Kurzzwischenstop mit umsteigen, inclusive Aufheiterung in Doha ;-)! Dort sind die Scheichs zu Hause und die grooßen weißen Autos!

Weiter gings dann mit einem Superflugzeug der Qatar Airlines mit Platz, eigenem Bildschirm, sehr freundlichen Stewardessen und keinen Kühlschranktemperaturen! Und das war der billigste Flug!? Wow! So lassen sich 11 Stunden durchaus gut aushalten.

Die Zwischenlandung in Singapur war sehr kurz, aber interessant, z.B. ist am ganzen Flughafen Teppichboden und am WC bei den Waschbecken üerall schwarzer Marmor mit Glitzer!

Am 1. Dezember am Abend war ich dann in Kuta und bald nach den ersten Verhandlungen auch im ersten Hotel. Dort hab ich dann meine Jause ausgepackt (ich glaube die Spürhunde am Flughafen hatten an diesem Tag frei) und habe mein letztes anständiges Speckbrot für längere Zeit genossen.

der AUSblick war nicht schlecht

der AUSblick war gut

Und es war warm, seeehr warm und die Luftfeuchtigkeit ist anständig hoch, aber schwitzen ist ja gesund und nach den ersten paar Tagen geht’s schon ein bisschen besser.  Ist auch wirklich die grüne Seite der Insel – sogar in der Badewanne ist ein wenig Moos ;-)! Ach so, und „with hot shower“ heißt „hot shower“ – entweder heiß oder kalt (Bali kalt), wechselt sich mit Zeitverzögerung beim Umschalten ab! Da aber eigentlich gerade Regenzeit ist, war das Wetter teilweise bewölkt und teilweise sonnig …

Ich hatte sogar einen Mitbewohner: Eine kleine Echse, aber die störte mich gar nicht: 1. war sie wirklich klein und 2. weiß ich dass sie Mosqitos frisst, hehe! Beim ersten Frühstück ist auch gleich eine Kakerlake über meinen Flip-Flops gelaufen, aber ich glaube eh nicht dass die eine Freude  mit meinem Frühstück gehabt hätte!

In den ersten 2 Tagen musste ich mich an die Zeitumstellung (+ 7 Stunden, total witzig, da soll man dann aufstehen, wenn man zu Hause gerade noch aktiv ist) gewöhnen, außerdem hatte ich leichten Schlafmangel.

Was einem gleich auffällt: Vor jedem! Eingang stehen Schüsselchen aus Blättern mit Blumen, Reis, Räucherstäbchen und Weihwasser – teilweise damit die bösen Geister draußen bleiben, teilweise als Opfergabe für die Götter und die werden 2 Mal am Tag ausgetauscht; da muss man echt aufpassen, dass man nicht drauf steigt! Meistens stehen die auch noch bei Abzweigungen, auf der Straße – praktisch überall! Und es riecht überall – nach Räucherstäbchen, Essen … ist aber nicht unangenehm.

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Ja, das Essen: Die Garküchen am Straßenrand schauen wirklich verlockend aus … Es gibt ja auch sonst überall Kleinigkeiten, Früchte und frische smoothies – hmmmm; hab auch mal schnell beim Mci was gegessen – meinen ersten Reis mit bloßen Fingern 😉 !

Außerdem war ich in den ersten paar Tagen doch etwas schockiert von Kuta. Kaum geht man vor die Türe wird man von JEDEM angeredet und zwar durchgehend. Jeder Balinese für sich ist zwar nicht ungut und auch echt freundlich, aber in der Menge doch ein Wahnsinn! Jeder will einem einen Transport oder eine Massage oder sonst irgendetwas verkaufen, natürlich zu leicht übertriebenen Verhandlungspreisen; von „how are you?“,“ what’s your name?“ und „where are you from?“ reden wir da noch gar nicht. Überall Autos, die hupen, überall kleine Maschinen (nicht Mopeds, 125er), die hupen und alle fahren durcheinander. Nach zwei Tagen wusste ich, ich muss heraus aus dieser Touristenhochburg – nur wie hab ich noch nicht so genau gewusst, nachdem ich den Verkehr in Kuta gesehen hatte … Einen Fahrer mit Auto wollte ich mir auch nicht mieten (das kann man sich dort sogar leisten), weil ich nicht gleich 8 Tage mit einem fremden Menschen verbringen wollte, Busse gibt es zwar, aber keine Buspläne … Naja, letztendlich ich habe mich dazu durchgerungen, mich selbst in den Verkehr zu stürzen, was vielleicht etwas waghalsig war, aber „i konn jo Auto foan, i bin jo aus Heiligenblut“ ;-)! Hab dann auch einen Autovermieter gefunden, der mir nicht sein Privatauto vermieten wollten und sogar eine Versicherung hat’s gegeben, auf die habe ich allerdings auch bestanden … und nein, es ist nicht ganz ein Dodge RAM oder ähnliches geworden … 😉